Es gibt bei Schneideplottern zwei unterschiedliche Prinzipien der Messerführung: einmal das Schleppmesser, das frei drehend im Messerhalter sitzt und durch Zug in die Schneiderichtung gezogen wird, und einmal das Tangentialmesser, das motorisiert in Schnittrichtung gedreht wird. Bei Rollen-Schneideplottern ist das Schleppmesser -Prinzip Standard, ausschliesslich Summa bietet Rollenplotter an, die tangentialgesteuert arbeiten. Bei Flachbettplottern sind wiederum Tangentialmesser Standard.
Die Unterschiede von den Messern stellen sich wie folgt dar:

Damit sich das Schleppmesser auch in Schnittrichtung dreht, wenn es "geschleppt" wird, darf die Schnittkante nicht exakt an der Messer -Mittelachse sein. Beim motorgesteuerten Tangentialmesser muss die Schnittkante an der Messermittelachse sein. Die Distanz zwischen Schnittkante und Messermittelachse beim Schleppmesser führt dazu, das die Schnittkante sich nicht exakt so bewegt, wie der Messerkopf geführt wird. So kann es um Winkel herum passieren, das die Schnittkante "abkürzt". Um mit einem Schleppmesserplotter exakte Ecken zu schneiden, muss der Plotter die Distanz zwischen Messermittelachse und Schnittkante kennen und den Kopf so führen, das dieser Versatz kompensiert wird.

Um ein Rechteck und ein T mit exakten Ecken zu schneiden, muss bei einem Schleppmesserplotter das Messer wie folgt geführt werden:
Die Problematik dabei ist, das der Messerversatz dem Plotter exakt bekannt sein muss, damit die Messerführung angepasst wird. Abweichungen z. B. durch Abnutzung führen zu abgerundeten Ecken. Auch sind bei kleinen Objekten Toleranzen sichtbar. Die meisten "echten" Schneideplotter passen intern die Plotdateien so an, daß der Messerversatz kompensiert wird. Die meisten Schneideplotter haben ebenfalls eine Funktion, um Abweichungen zu ermitteln und anzupassen (den Messerversatz einzustellen). Einige preislich sehr günstige Schneideplotter oder modifizierte Stiftplotter kennen intern die Möglichkeit nicht, den Messerversatz zu kompensieren, und benötigen deshalb eine entsprechend aufbereitete Plotdatei. Diverse Softwares können den Messerversatz bereits ab Treiber kompensieren.

Das Tangentialmesser kennt keinen Messerversatz, wie die Skizze oben zeigt. D. h. das Messer schneidet exakt so, wie der Schneidekopf geführt wird:
Das Messer wird motorisiert in Schnittrichtung gedreht, an Ecken abgehoben, neu ausgerichtet und wieder eingesetzt. Summa-Plotter erlauben zusätzlich, die Schnittlinie über den Kreuzpunkt hinaus leicht zu verlängern, um das Ausheben zu erleichtern. Das ist auch mit diversen Schleppmesserplottern möglich, ist aber eigentlich gegen die "Natur" des Schleppmessers.
Nachteil des Tangentialmessers: Auf Grund der aufwändigen Technik sind Plotter mit tangentialgesteuertem Schneidemesser deutlich teurer als Schleppmesserplotter. Das hat jedoch die Verbreitung der Summa-Tangentialplotter speziell im Profi-Bereich nicht gestört.
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